
Die Umsatzsteuer wird dabei nicht auf den gesamten Verkaufspreis, sondern nur auf die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis berechnet. Weitere Grundlagen zur Umsatzsteuer finden Sie hier.
Was ist Differenzbesteuerung?
Die Differenzbesteuerung kommt vor allem im Handel mit gebrauchten Waren zum Einsatz, zum Beispiel bei:
- Gebrauchtwagen
- Elektronik
- Kunst- und Sammlerstücken
Typisches Beispiel:
- Einkauf: 10.000 € (von Privat, ohne Umsatzsteuer)
- Verkauf: 12.000 €
- Marge: 2.000 €
- → Nur die Marge wird versteuert
Die gesetzliche Grundlage ist § 25a UStG.
Besonderheiten der Differenzbesteuerung
- Kein Vorsteuerabzug beim Einkauf
- Umsatzsteuer nur auf die Marge
- Kein offener Umsatzsteuerausweis auf der Rechnung
Stattdessen muss ein Hinweis auf die Anwendung der Differenzbesteuerung erfolgen.
Buchung in der Praxis (Lexware Buchhaltung)
In der Buchhaltung müssen Einkauf und Verkauf getrennt betrachtet werden.
Einkauf der Ware
Da keine Vorsteuer enthalten ist, erfolgt die Buchung ohne Vorsteuer. Weitere Informationen zur Vorsteuer finden Sie in unserem Beitrag.
SKR 03 / SKR 04:
Wareneingang ohne USt (z. B. 3193 / 5193)
an Kreditor
Verkauf der Ware
Der Verkauf wird in zwei Teile aufgeteilt:
- Einkaufsanteil (ohne Umsatzsteuer)
- Marge (mit Umsatzsteuer)
Buchung (vereinfacht):
Debitor
an Erlöse ohne USt (Einkaufsanteil)
an Erlöse mit USt (Marge)
an Umsatzsteuer
Sonderfall: Verkauf ohne Gewinn
Wird die Ware ohne Gewinn oder mit Verlust verkauft, entfällt die Umsatzsteuer auf die Marge.
Der gesamte Erlös wird dann ohne Umsatzsteuer gebucht.
Die Forderung wird über den Debitor gebucht und später durch den Zahlungseingang ausgeglichen.
Wichtiger Hinweis zur Praxis
In der Praxis werden häufig auch Waren mit ausgewiesener Umsatzsteuer eingekauft. Diese dürfen nicht differenzbesteuert werden.
In diesem Fall gilt:
- normaler Wareneingang mit Vorsteuer
- Verkauf mit voller Umsatzsteuer
Eine saubere Trennung in den Aufzeichnungen ist zwingend erforderlich. Betriebsprüfer legen darauf besonderen Wert.
Umsetzung in Lexware faktura+auftrag und Warenwirtschaft
Die Differenzbesteuerung stellt besondere Anforderungen an die Rechnungsstellung. Der Umsatzsteuerausweis darf nicht wie üblich erfolgen.
Standardmäßig lässt sich dies in Lexware nur eingeschränkt abbilden, da die Rechnung keinen offenen Steueranteil enthalten darf.
Für eine korrekte Darstellung sind angepasste Formulare erforderlich.
Formular für Differenzbesteuerung (Lexware faktura+auftrag)
Formular für Differenzbesteuerung (Lexware Warenwirtschaft / Handwerk)
Fazit
Die Differenzbesteuerung ist eine wichtige Sonderregelung für den Handel mit gebrauchten Waren. Entscheidend ist die korrekte Trennung von Einkaufswert und Marge sowie eine saubere Dokumentation. Während bei der Differenzbesteuerung nur die Marge versteuert wird, kommt beim Reverse-Charge-Verfahren eine andere Sonderregelung zur Anwendung.

