Differenzbesteuerung einfach erklärt

Differenzbesteuerung einfach erklärt Marge Beispiel Verkauf Einkauf UmsatzsteuerDifferenzbesteuerung einfach erklärt: Die Differenzbesteuerung (auch Margenbesteuerung genannt) ist eine Sonderregelung nach § 25a UStG. Sie wird angewendet, wenn gebrauchte Gegenstände ohne Vorsteuerabzug eingekauft und mit Gewinn weiterverkauft werden.

Die Umsatzsteuer wird dabei nicht auf den gesamten Verkaufspreis, sondern nur auf die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis berechnet. Weitere Grundlagen zur Umsatzsteuer finden Sie hier.

Was ist Differenzbesteuerung?

Die Differenzbesteuerung kommt vor allem im Handel mit gebrauchten Waren zum Einsatz, zum Beispiel bei:

  • Gebrauchtwagen
  • Elektronik
  • Kunst- und Sammlerstücken

Typisches Beispiel:

  • Einkauf: 10.000 € (von Privat, ohne Umsatzsteuer)
  • Verkauf: 12.000 €
  • Marge: 2.000 €
  • → Nur die Marge wird versteuert

Die gesetzliche Grundlage ist § 25a UStG.

Besonderheiten der Differenzbesteuerung

  • Kein Vorsteuerabzug beim Einkauf
  • Umsatzsteuer nur auf die Marge
  • Kein offener Umsatzsteuerausweis auf der Rechnung

Stattdessen muss ein Hinweis auf die Anwendung der Differenzbesteuerung erfolgen.

Lexware Buchhaltung premiumBuchung in der Praxis (Lexware Buchhaltung)

In der Buchhaltung müssen Einkauf und Verkauf getrennt betrachtet werden.

Einkauf der Ware

Da keine Vorsteuer enthalten ist, erfolgt die Buchung ohne Vorsteuer. Weitere Informationen zur Vorsteuer finden Sie in unserem Beitrag.

SKR 03 / SKR 04:

Wareneingang ohne USt (z. B. 3193 / 5193)
an Kreditor

Verkauf der Ware

Der Verkauf wird in zwei Teile aufgeteilt:

  • Einkaufsanteil (ohne Umsatzsteuer)
  • Marge (mit Umsatzsteuer)

Buchung (vereinfacht):

Debitor
an Erlöse ohne USt (Einkaufsanteil)
an Erlöse mit USt (Marge)
an Umsatzsteuer

Sonderfall: Verkauf ohne Gewinn

Wird die Ware ohne Gewinn oder mit Verlust verkauft, entfällt die Umsatzsteuer auf die Marge.

Der gesamte Erlös wird dann ohne Umsatzsteuer gebucht.

Die Forderung wird über den Debitor gebucht und später durch den Zahlungseingang ausgeglichen.

Wichtiger Hinweis zur Praxis

In der Praxis werden häufig auch Waren mit ausgewiesener Umsatzsteuer eingekauft. Diese dürfen nicht differenzbesteuert werden.

In diesem Fall gilt:

  • normaler Wareneingang mit Vorsteuer
  • Verkauf mit voller Umsatzsteuer

Eine saubere Trennung in den Aufzeichnungen ist zwingend erforderlich. Betriebsprüfer legen darauf besonderen Wert.

Lexware Warenwirtschaft premiumUmsetzung in Lexware faktura+auftrag und Warenwirtschaft

Die Differenzbesteuerung stellt besondere Anforderungen an die Rechnungsstellung. Der Umsatzsteuerausweis darf nicht wie üblich erfolgen.

Standardmäßig lässt sich dies in Lexware nur eingeschränkt abbilden, da die Rechnung keinen offenen Steueranteil enthalten darf.

Für eine korrekte Darstellung sind angepasste Formulare erforderlich.

Formular für Differenzbesteuerung (Lexware faktura+auftrag)

Formular für Differenzbesteuerung (Lexware Warenwirtschaft / Handwerk)

Fazit

Die Differenzbesteuerung ist eine wichtige Sonderregelung für den Handel mit gebrauchten Waren. Entscheidend ist die korrekte Trennung von Einkaufswert und Marge sowie eine saubere Dokumentation. Während bei der Differenzbesteuerung nur die Marge versteuert wird, kommt beim Reverse-Charge-Verfahren eine andere Sonderregelung zur Anwendung.

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