
Unternehmen nutzen diesen Nachlass, um schneller an ihr Geld zu kommen und ihre Liquidität zu verbessern.
Was bedeutet Skonto?
Ein Lieferant bietet seinem Kunden an, einen Teil des Rechnungsbetrags abzuziehen, wenn die Zahlung frühzeitig erfolgt.
Typisches Beispiel:
- Rechnungsbetrag: 1.000 €
- Nachlass: 2 % bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen
- Zahlbetrag: 980 €
Der Kunde spart Geld, während der Verkäufer schneller liquide Mittel erhält.
Zusammenhang mit der Buchhaltung
Preisnachlässe stehen im direkten Zusammenhang mit Debitoren und Kreditoren, da sie sowohl Forderungen als auch Verbindlichkeiten beeinflussen.
Sie wirken sich auch auf die Bilanz aus, da sich der endgültige Zahlungsbetrag verändert.
Warum ist Skonto sinnvoll?
Für den Zahlungsempfänger lohnt sich die Nutzung fast immer. Der effektive Vorteil ist häufig höher als bei klassischen Finanzierungen.
Für Unternehmen bedeutet ein schneller Zahlungseingang:
- bessere Liquidität
- geringeres Ausfallrisiko
- weniger Aufwand im Mahnwesen
Praxis und typische Werte
In der Praxis liegt der Nachlass meist zwischen 2 % und 5 %. Die konkrete Regelung wird in den Zahlungsbedingungen festgelegt.
Wichtig ist eine klare Formulierung, zum Beispiel „2 % bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen“.
Umsatzsteuer beachten
Wird ein Preisnachlass genutzt, reduziert sich auch die Umsatzsteuer entsprechend.
- Beim Verkäufer sinkt die Zahllast
- Beim Käufer verringert sich der Vorsteuerabzug
Skonto buchen beim Verkauf (Debitor)
Beim Verkauf muss ein gewährter Preisnachlass korrekt verbucht werden. Dabei reduzieren sich sowohl der Erlös als auch die Umsatzsteuer.
Beispiel: Skonto bei Zahlung nutzen
Rechnung: 1.000 € netto + 190 € Umsatzsteuer = 1.190 €
Skonto: 2 % = 23,80 €
Buchung beim Zahlungseingang
SKR 03:
1200 Bank 1.166,20 €
8736 Erlösschmälerung 20,00 €
1776 Umsatzsteuer 3,80 €
an Debitor 1.190,00 €
SKR 04:
1800 Bank 1.166,20 €
4736 Erlösschmälerung 20,00 €
3806 Umsatzsteuer 3,80 €
an Debitor 1.190,00 €
Das Debitorenkonto steht dabei stellvertretend für den jeweiligen Kunden, dessen Rechnung ausgeglichen wird.
Wichtig
Der Skontobetrag wird immer vom gesamten Rechnungsbetrag berechnet. Dadurch reduziert sich auch die Umsatzsteuer automatisch.
Hinweis: Die Verbuchung unterscheidet sich je nachdem, ob Sie Skonto gewähren (Verkauf) oder selbst nutzen (Einkauf).
Skonto buchen beim Einkauf (Kreditor)
Beim Einkauf muss ein in Anspruch genommener Preisnachlass korrekt verbucht werden. Dabei reduzieren sich sowohl der Aufwand als auch die Vorsteuer.
Beispiel: Skonto bei Eingangsrechnung nutzen
Rechnung: 1.000 € netto + 190 € Vorsteuer = 1.190 €
Skonto: 2 % = 23,80 €
Buchung beim Zahlungsausgang
SKR 03:
Kreditor 1.190,00 €
an 1200 Bank 1.166,20 €
an 3736 Nachlässe 20,00 €
an 1576 Vorsteuer 3,80 €
SKR 04:
Kreditor 1.190,00 €
an 1800 Bank 1.166,20 €
an 5736 Nachlässe 20,00 €
an 1406 Vorsteuer 3,80 €
Wichtig
Auch beim Einkauf wird der Skontobetrag immer vom gesamten Rechnungsbetrag berechnet. Dadurch reduziert sich automatisch der Vorsteuerabzug.
Teilbeträge oder Gesamtbetrag?
In der Praxis versuchen manche Unternehmen, den Nachlass nur auf einzelne Positionen einer Rechnung zu gewähren.
Dies weicht jedoch von der üblichen kaufmännischen Praxis ab. Traditionell wird der Abzug auf den gesamten Rechnungsbetrag angewendet, da dies transparent und einfacher nachvollziehbar ist.
Auch viele Buchhaltungsprozesse und Softwarelösungen sind auf diese Vorgehensweise ausgelegt.
Praxis-Tipp
Eine einheitliche Regelung vereinfacht die Buchhaltung und reduziert Rückfragen.
Lexware Buchhaltung premium – Preisnachlässe automatisch korrekt verbuchen
Fazit
Skonto ist ein effektives Mittel, um Zahlungen zu beschleunigen und die Liquidität zu verbessern. Klare Regeln sorgen für einfache Abläufe und weniger Fehler.
