
Im Gegensatz dazu steht das Anlagevermögen, das dem Unternehmen dauerhaft dient.
Was gehört zum Umlaufvermögen?
Hierzu zählen alle Vermögensgegenstände, die nicht langfristig genutzt werden, sondern innerhalb kurzer Zeit verbraucht, verkauft oder in Geld umgewandelt werden.
Typische Beispiele sind:
- Waren und Vorräte
- Forderungen gegenüber Kunden
- Bankguthaben und Kassenbestand
Abgrenzung zum Anlagevermögen
Der wichtigste Unterschied liegt in der Nutzungsdauer:
- Anlagevermögen: langfristige Nutzung im Unternehmen
- Umlaufvermögen: kurzfristige Nutzung oder schneller Verbrauch
Ein Fahrzeug gehört zum Beispiel zum Anlagevermögen, während verkaufte Waren zum Umlaufvermögen zählen.
Unterteilung des Umlaufvermögens
In der Bilanz wird das Umlaufvermögen in mehrere Bereiche gegliedert:
Vorräte
- Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
- unfertige Erzeugnisse und Leistungen
- fertige Erzeugnisse und Waren
- geleistete Anzahlungen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- Forderungen gegen verbundene Unternehmen
- sonstige Vermögenswerte
Wertpapiere
- Anteile an Unternehmen
- sonstige Wertpapiere
Flüssige Mittel
- Kassenbestand
- Bankguthaben
- Schecks
Bewertung des Umlaufvermögens
Die Bewertung erfolgt grundsätzlich nach dem Anschaffungskostenprinzip. Für Vorräte können Vereinfachungsverfahren wie FiFo (First in – First out), LiFo (Last in – First out) oder Durchschnittswerte verwendet werden.
Zusätzlich gilt das sogenannte Niederstwertprinzip: Sinkt der Wert eines Vermögensgegenstands, muss dieser niedrigere Wert angesetzt werden.
Forderungen werden in der Regel mit ihrem ursprünglichen Wert angesetzt. Besteht jedoch ein Ausfallrisiko, kann eine Korrektur notwendig sein, zum Beispiel bei Forderungsverlusten.
Abschreibung im Umlaufvermögen
Im Gegensatz zum Anlagevermögen erfolgt keine planmäßige Abschreibung.
Stattdessen wird am Bilanzstichtag geprüft, ob eine außerplanmäßige Wertminderung vorliegt – zum Beispiel bei beschädigten Waren oder uneinbringlichen Forderungen.
Bedeutung für die Praxis
Das Umlaufvermögen ist ein wichtiger Indikator für die Liquidität eines Unternehmens. Es zeigt, wie schnell Vermögenswerte in Geld umgewandelt werden können.
Besonders Forderungen und liquide Mittel spielen dabei eine zentrale Rolle.
Rechtliche Grundlagen
Die Gliederung des Umlaufvermögens ergibt sich aus dem Handelsgesetzbuch. Weitere Informationen finden Sie in § 266 HGB.
Die Bewertung ist unter anderem in § 253 HGB geregelt.
Fazit
Das Umlaufvermögen umfasst alle kurzfristigen Vermögenswerte eines Unternehmens. Es zeigt, wie flexibel ein Unternehmen auf Veränderungen reagieren kann und ist ein wichtiger Bestandteil der Bilanzanalyse.