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Absetzung für Abnutzung (AfA)

Flussdiagramm zur AfA 2010

Bitte klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung.

Bei der Absetzung für Abnutzung (AfA) wird die Abschreibung eines Wirtschaftsgutes in Prozent angegeben. Alle beweglichen und abnutzbaren Wirtschaftsgüter müssen für die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Damit wird in der Buchführung der jeweilige Zeitwert notiert. Wird ein Wirtschaftsgut voraussichtlich 4 Jahre genutzt, werden jeweils 25 % pro Jahr abgeschrieben.

Damit nicht jeder selbst nachdenken muss, wie lange ein Wirtschaftsgut genutzt wird, gibt es sogenannte AfA-Tabellen, in den die Nutzungsdauer bereits notiert ist.

Selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter

Geringwertige Wirtschaftsgüter:

Bei selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgütern bis zu 150 EUR netto spricht man von „Geringwertigen Wirtschaftsgütern“ (GWG), die im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden müssen. Eine Aktivierung ist verboten.

Sammelpool:

Selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter zwischen 150,01 EUR netto und 1.000,00 EUR netto werden jährlich in einen „Sammelpool“ gelegt, der dann linear über 5 Jahre (jeweils 20 %) abgeschrieben wird. Entnahmen, Verkäufe oder Verschrottungen wird es in diesem Pool nicht geben, das heißt, dass Wirtschaftsgüter trotz Abgang über die gesamten 5 Jahre abgeschrieben werden. Zuschreibungen erhöhen den Pool ab dem Jahr der Zuschreibung.

(vollwertige) Wirtschaftsgüter:

Wirtschaftsgüter über 1.000 EUR netto werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer (laut AfA-Tabelle) abgeschrieben.

Rechtslage ab 1. Januar 2010

Ab 1. Januar 2010 besteht für selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter hinsichtlich der Abschreibungsmethode ein Wahlrecht. Wie dieses Wahlrecht detailliert ausgestaltet werden kann, hat das Bundesministerium am 30. September 2010 in einem Anwendungserlass veröffentlicht.

Unabhängig von diesem Wahlrecht sind alle Wirtschaftsgüter über 150 EUR netto im Anlagenverzeichnis zu erfassen.

Nicht selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter

Nicht selbstständig bewertbare Wirtschaftsgüter

Wirtschaftsgüter (egal zu welchem Preis), die nicht selbstständig nutzbar und nicht selbstständig bewertbar sind (z.B. zusätzliche interne Festplatte eines PC, Speicherbausteine), werden zusammen mit dem gemeinsam nutzbaren Wirtschaftsgut abgeschrieben (Zuschreibung). Die nicht selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgüter erhöhen die Abschreibung des gemeinsam nutzbaren Wirtschaftsguts für dessen Restlaufzeit.

Selbstständig bewertbare Wirtschaftsgüter

Eine Besonderheit stellen die selbstständig bewertbaren Wirtschaftsgüter dar. Diese Definition gibt es – anders die anderen oben genannten – nicht im Steuerrecht (Einkommensteuergesetz – EStG), sondern ausschließlich im Handelsrecht (Handelsgesetzbuch – HGB). Beispiele für solche Wirtschaftsgüter sind der einfache PKW-Anhänger, ein Netzwerk-Drucker oder andere Peripherie-Geräte des Computers. Der Anhänger fährt nicht ohne ein Zugfahrzeug, aber kann von diversen Fahrzeugen gezogen werden; der Netzwerkdrucker hängt nicht an einem Computer, sondern an mehreren. Diese Wirtschaftsgüter sind über die voraussichtliche Nutzungsdauer abzuschreiben, auch wenn der Wert unter 1.000 EUR netto liegt. Man kürzt diese Wirtschaftsgüter mit NSNSB (Nicht selbstständig nutzbar, aber selbstständig bewertbar) ab.

Vorsteuerabzugsberechtigung

Im obigen Text ist stets von „netto“ die Rede. Für die Frage, ob bei den Wirtschaftsgütern im Sinne des § 6 Absatz 2 oder 2a Einkommensteuergesetz (EStG) oder § 9 Absatz 1 Satz 3 Nr. 7 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) die Grenzen von 150, 1000 oder 410 EUR überschritten sind, ist stets von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich eines darin enthaltenen Vorsteuerbetrags, also von dem reinen Warenpreis ohne Vorsteuer (Nettowert), auszugehen. Ob der Vorsteuerbetrag umsatzsteuerrechtlich abziehbar ist, spielt in diesem Fall keine Rolle.

Anders bei allen anderen Wirtschaftsgütern (nicht GWG): Hier ist nur im Falle der Vorsteuerabzugsberechtigung vom Netto-Betrag auszugehen. Bei „Klein-Unternehmern“ nach § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG) ist vom Brutto-Betrag auszugehen.

Bitte beachten Sie unseren Hinweis zu den Steuer- und anderen Rechtsthemen!

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